Ranked: Mahogany Rush

15 min read

Jerry Fielden (Slugguitar) @Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Frank_m1.jpg

Wenn es um die größten Gitarrenhelden der Rockwelt geht, dann bleibt Frank Marino häufig unerwähnt. Völlig zu Unrecht! Als der Kanadier mit seiner Band Mahogany Rush sein Debutwerk Maxoom vorlegte, war er gerade mal 16 Jahre alt, spielte aber wie mit jahrzehntelanger Erfahrung. Seine Inspiration von Jimi Hendrix war stehts spürbar und er verband wie sein großes Vorbild den Hard Rock mit Psychedelic Rock. Das war nicht immer massentauglich, aber für Fans von experimenteller Rockmusik fand die Band stehts Anklang. Auf dem großen Höhepunkt 1978 wurde mit Ihrem Live-Album ein Epos in der Liga von Deep Purples Live in Japan geschaffen. In den 1980er Jahren wandelte sich der Klang zu glatterem Hard Rock, oft mit Synthesizern. Der Erfolg ließ nach, aber mit dem 1988er Double Live und dem Studiowerk From the Hip 1990 konnte Marino sich rehabilitieren. 2021 setzte er sich zur Ruhe und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Ob nochmal ein Studiowerk von ihm zu vernehmen sein wird, ist ungewiss. Sein Ruf als Gitarrengott lebt allerdings weiter, wenn auch nicht in dem Bekanntheitsgrad vieler Mitstreiter. Es äußerten allerdings auch viele Musiker mit hohem Rang und Namen sich sehr positiv über ihn, wie u.a. Johnny Winter, George Lynch oder Joe Bonamassa.

TOP 5 zum ersten Reinhören:
Magic Man (1972, Maxoom)
Talkin‘ ‚bout a Feelin‘ (1974, Child of the Novelty)
Satisfy Your Soul (1975, Strange Universe)
Land of 1000 Nights (1975, Strange Universe)
Strange Universe (1975, Strange Universe)

Full Circle (1986) – 1,5/10: Reinfall!
Frank Marino hatte es in den 80ern mitunter schwer. Die damals angesagten Sounds passten nicht so recht zu seinem Stil, aber zumindest am Anfang der 80er konnte er noch solider Hard Rock-Alben produzieren, die den Zeitgeist trafen. Auf Full Circle prallten dann aber die Welten endgültig aufeinander: Überladene Synthesizer und ein Frank Marino der sehr aus der Puste wirkt. Fast alle Stücke gerieten sehr leicht, manchmal gar kitschig („When Love Is Lost“!) und versprühen gar keinen Esprit mehr. Dazu wird ein Großteil der Lieder noch in Synthesizern förmlich ertränkt („Long Ago“ oder auch das Instrumental-Gedudel „Genesis“). Dass sich Marino mit dem Titeltrack traut die 10-Minuten-Marke zu überschreiten ist mutig und das Stück gehört auch zu den soliden Momenten, aber es fehlt dort leider insgesamt an spannenden Momenten. „Hang On“ hat zumindest etwas angenehme Schwere zu bieten und mit etwas Augenzudrücken geht der Opener „Breakin‘ Away“ als solider Hard Rock durch, ansonsten: Finger weg von diesem Album! Dass die Doors ein ähnlich schlechtes Album unter demselben Titel veröffentlicht haben, ist an Ironie kaum zu überbieten.
TOP: Breakin‘ Away

Mahogany Rush IV (1976) – 2,3/10: Reinfall!
Tja, so schnell kann es gehen! Nach den ersten drei sehr starken Alben wirkte Marino so, als hätte er sein kreatives Pulver verschossen. Dass das Album in den US-Charts im Vergleich zum Vorgänger um knapp 100 Plätze zurückfiel, spricht für sich. Inhaltlich gibt es hier zwar auf hohem Niveau eingespielte, aber eher seichte Stücke. Besondere Akzente oder Überraschungen werden hingegen kaum geboten. Der Anteil an belanglosem Soft-Rock ist erschreckend hoch („I’m Going Away“, „It’s Begun To Rain“), während vieles unfertig und damit sehr seltsam wirkt („Jive Baby“, „Dragonfly“). Dabei hat „Moonwalk“ immerhin noch ein wirklich gelungenes Solo zu bieten – schade, dass es in so viel Leerlauf eingebettet ist. Ärgerlich sind allerdings vor allem der Hard Rocker „Little Sexy Annie“, da es das härteste, wenn leider auch uninspirierteste Stück des Albums ist und der 7-Minütige Prog Rocker „IV… (The Emperor)“. Denn so interessant das Stück auf dem Papier auch klingt, es fehlen Höhepunkte. Etwas Entschädigung bietet „Man At The Door“, das durch seinen flotten Drive besticht. Als Kaufargument reicht das aber wohl kaum aus.
TOP: Man At The Back Door

Juggernaut (1982) – 4,5/10: Zwiespältig!
Das Plattencover verspricht Manowar, der Inhalt ist davon allerdings sehr weit entfernt. Im besten Fall gibt es auf dieser Platte Anleihen bei Wishbone Ash, der überwiegende Teil klingt aber recht uninspiriert und Marino bleibt weit hinter seinen Möglichkeiten. Nachdem die Vorgängerplatten härter ausfielen, entfernte sich Marino von den klassischen Rock ‚n‘ Roll-Rhythmen. Viele Stücke wollen in dem neuen Stil nicht wirklich zünden: „Free“ und „Ditch Queen“ sind zahnloser Hard Rock, „Strange Dreams“ wird von den Synthies ausgebremst und das Titellied wirkt kaum ausgearbeitet, sondern als wäre es auf die Schnelle entstanden. Ähnlich wie das unspektakuläre „For Your Love“. Mitunter wird sich dann aber doch auf alte Stärken besonnen und mit „Midnight Highway“ und „Maybe It’s Time“ werden zwei sehr coole Rocker beigesteuert. Wer auf Gitarren-Highlights wartet, wird zumindest mit „Stories Of A Hero“ versöhnt. Das ist allerdings auch leider das einzige Lied, das in dem neuen Stil wirklich gut funktioniert.
TOP: Midnight Highway; Stories Of A Hero; Maybe It’s Time

From the Hip (1990) – 6,0/10: Gelungen!
Zwar kommt From the Hip nicht an die Klasse seiner 70er-Werke heran, aber Marino strahlte mit diesem Album endlich wieder eine gewisse Größe aus. Wirklich schlechte Lieder sind hier nicht vorhanden, auch wenn einige Stücke leider eher Mittelmaß sind. Außerdem gibt es nun eine deutlich glattere Produktion und eine Rückbesinnung auf seine klassische Gitarrenarbeit. Der Opener „Babylon Revisited“ ist zwar eher solide, aber mit dem coolen „I’m Ready“ und vor allem mit „Ride My Own Wave“ (eine von Marinos besten Leistungen überhaupt!) zeigt der Künstler sein Können auf dem Feld des Hard Rocks. Mit dem 11,5-Minüter „Rise Above“ zeigt er dann wieder, wie ein Lied gefühlvoll wird, ohne ins Kitschige abzudriften. Dazwischen gibt es aber immer wieder rockige Soli, die zünden. Für die Abwechslung gibt es dann noch Anleihen bei verschiedenen Genres, von Funk („Mine All Mine“) über Psychedelica („Stand“) bis Bluesrock („The Wall Came Down“). Nachdem die Fans zeitweise auf die Geduldsprobe gestellt wurden, ist From the Hip endlich wieder ein überzeugendes Werk des Meisters.
TOP: I’m Ready; Rise Above; Ride My Own Wave

What’s Next (1980) – 6,3/10: Gelungen!
Was sich auf dem Vorgänger Tales of the Unexpected bereits andeutete, wurde hier vollendet. Die Psychedelic-Phase ist beendet, nun steht zeitgemäßer Hard Rock an. Für Fans der alten Tage ist das etwas gewöhnungsbedürftig, insgesamt ist What’s Next allerdings ein ganz solides 80er-Hard Rock-Album. Bemerkenswert ist jedoch, dass unter den gerade mal acht Lieder gleich drei Covers enthalten sind. Während das Doors-Cover „Roadhouse Blues“ in seiner modernisierten Form durchaus punkten kann, können die B.B. King bzw. Bo Diddley Nummern „Rock Me Baby“ und „Mona“ den Originalen nicht das Wasser reichen. Abzüge gibt es auch für das etwas macho-hafte „You Got Livin‘“ und den etwas beliebigen Hard Rocker „Rock ‚n‘ Roll Hall of Fame“. Glücklicherweise glänzen die Juwelen des Albums aber mit Überlänge: „Something’s Comin‘ Our Way“ und „Loved By You“ bleiben über ihre Länge spannend, haben exzellente Soli und funktionieren in der glatteren 80er-Produktion. Dazu kommt noch das erdige „Finish Line“, das zum kleinen Hit geriet und damit ist das Album eine runde Sache, wenn eben auch keine Meisterleistung.
TOP: Finish Line; Something’s Comin‘ Our Way; Roadhouse Blues; Loved By You

The Power of Rock ‚n‘ Roll (1981) – 6,7/10: Gelungen!
Mit seinem ersten Solo-Album festigte Marino seinen neuen Stil. Anstatt den psychedelischen Geist der 70er weiter an sich anhaften zu lassen, mutiert der Gitarrengott hier zum Entertainer, während er wie gewohnt furiose Gitarrenarbeit leistet. Fans von Van Halen sollten diese Platte also lieben und tatsächlich finden sich hier auch einige der besten Stücke aus Marinos Hard Rock-Ära. Besonders auf „Go Strange“ zeigt sich seine neue Nähe zu den 80er-Haudegen, aber auch das Titellied und das vielleicht beste Marino-Solo-Stück „Ain’t Dead Yet“ gehören zu den Highlights des Albums. Letzteres besticht zudem mit sieben Minuten Überlänge. Entgegen dem Titel fällt auch „Crazy Miss Daisy“ der Zeit entsprechend modern aus, auch wenn der Titel eher nach dem klassischen Rock ‚n‘ Roll der 50er schreit. Bei aller Euphorie muss man sich aber eingestehen, dass die übrigen Titel in die Kategorie Massenware fallen und das natürlich die Gesamtwertung etwas herunterzieht. Aber auch mit diesem Manko macht das Album einfach Spaß und ist allen 80er-NostalgikerInnen wärmstens empfohlen!
TOP: The Power of Rock ‚n‘ Roll; Crazy Miss Daisy; Go Strange; Ain’t Dead Yet

Eye of the Storm (2000) – 7,8/10: Bester Stoff!
Es ist schon erschreckend das zuzugeben, aber Eye of the Storm ist das erste Album seit Strange Universe, auf dem Marino so ambitioniert wirkt ein bedeutendes Album aufzunehmen. Und sein Elan sollte auf seinem wahrscheinlich letzten Werk auch Früchte tragen! Mit einer Länge von 72:16 und gerade mal neun Liedern wird klar: Die einzelnen Stücke lassen sich genug Zeit, um sich zu entfalten. Lange, aufgefeilte Solopassagen und kein Füllmaterial. Dafür aber genau der Gitarren-Trip durch den Sturm, der vom Cover versprochen wird! Auf dem Titellied changiert das von hartem Stampfen zu trancigen Klängen, bei „Window to the World“ von klassischem Hard Rock zu Psychedelica. Mit „Avalon“ gibt es sogar ein Progressive Rock-Instrumental mit ungewohnter Hammond-Orgel – Sehr originell! „He’s Calling“ mutet exotisch an und mit „Learned My Lesson Well“ ist auch an die Blues Rock-Fans gedacht. Leider wird „Heat of the Moment“ (Kein Asia-Cover) mit der Zeit etwas repetitiv und „Since You Came Into My Life“ kann mit dem hohen Niveau nicht ganz mithalten, aber der Closing-Track „Ordinary Man“ lässt das Album mit über zehn Minuten Classic Rock angenehm ausklingen. Eye of the Storm ist ein würdiger Abschied… wenn er es tatsächlich sein sollte.
TOP: Eye of the Storm; He’s Calling; Learned My Lesson Well; Window to the World; Avalon; Ordinary Man

World Anthem (1977) – 8,0/10: Bester Stoff!
Auf World Anthem fanden Mahogany Rush wieder in die richtige Spur. Nach einem Patzer-Album gab es nun endlich wieder einige neue Klassiker und auch eine Hinwendung zu längeren Stücken. „Try for Freedom“ knackte als erstes MR-Stück die 10-Minunten-Marke und bleibt trotz seiner eher ruhigen Art spannend und zeigt seinen Tiefgang. Der bombastische Titeltrack wurde sogar zum bekanntesten Instrumental der Band. Auf dem schweren „In My Ways“ zeigte Marino wieder sein Gespür für gelungene Riffs, genau wie auf dem bluesigen Hard Rocker „Broken Heart Blues“. Bemerkenswert sind auch die Synthesizer-Einsätze. Auf „Requiem for a Sinner“ fielen diese eher geheimnisvoll aus, auf „Lady“ sind sie zwischen lässig und experimentell angesiedelt. Mahogany Rush klangen endlich wieder nach der oberen Rock-Liga. Kommerziell sollte es noch etwas Dauern bis sich die Gruppe wieder erholte, aber sie zeigten deutlich, dass Mahogany Rush IV nur ein Ausrutscher und keine neue Richtung war. Lediglich die beiden Leichtgewichte „Hey Little Lover“ und „Look at Me“ sind Überbleibsel der Kreativ-Flaute.
TOP: Requiem for a Sinner; Broken Heart Blues; In My Ways; The World Anthem; Lady; Try for Freedom

Maxoom (1972) – 8,5/10: Bester Stoff!
Es ist wirklich kaum zu glauben, dass Frank Marino noch nicht mal volljährig war, als er dieses runde, vielseitige und auf hohem Niveau eingespielte Debutwerk veröffentlichte. Marinos großes Vorbild war seit jeher Jimi Hendrix, dem er dieses Album auch widmete. Die Messlatte war damit hoch angesetzt, aber genau das führte zu diesem ersten Achtungserfolg. Ein paar Kinderkrankheiten wie das avantgardistische Intro, das zahnlose „Madness“ oder das nette, wenn auch etwas überflüssige Outro „The New Beginning“ sind zwar vorhanden, schmälern aber das Hörerlebnis kaum. Neben der Experimentierfreude an verschiedenen Genres wie Funk („Funky Woman“), Psychedelic Folk („Buddy“) und Hard Rock („All In Your Mind“), sticht eine beachtliche Coolness hervor. Die Band wirkt erstaunlich routiniert, nicht wie eine junge Gruppe auf der Suche nach ihrer Identität. Mit Tempo punkten können außerdem noch „Magic Man“ und „Boardwalk Lady“. Highlight des Albums ist aber der Siebenminüter „Blues“, der eines der besten Marino-Soli überhaupt enthält. Und wer sich an Soli erfreuen kann, dem sei auch „Back On Home“ besonders ans Herz gelegt.
TOP: Buddy; Magic Man; All In Your Mind; Blues; Boardwalk Lady; Back On Home

Tales of the Unexpected (1979) – 9,2/10: Meisterwerk!
Mit Tales of the Unexpected waren Mahogany Rush qualitativ wieder ganz oben. Beflügelt von dem großen Erfolg ihres ersten Live-Albums, entschied man sich eine A-Seite mit Studioaufnahmen und eine B-Seite mit Liveaufnahmen neuer Stücke aufzunehmen. Die Studioaufnahmen beinhalten zwei Coverversionen. Zum einen veredelte Marino Bob Dylans „All Along The Watchtower“ mit seinem eigenen Stil, wie es einst auch sein Idol Jimi Hendrix tat. Außerdem steuerte er ein verträumtes, wenn auch etwas schwächeres Cover des Beatles-Hits „Norwegian Wood (This Bird Has Flown)“ bei. Mit dem Opener „Sister Change“ gibt es einen psychedelischen Hard Rocker wie auf den ersten drei Alben und mit dem instrumentalen Titelsong wagt sich die Band so weit in den Space Rock, dass es fast wie von Hawkwind klingt. Die Live-Seite ist von einem belebten und aufgeheizten Publikum geprägt und kann als Ergänzung zum „Live“-Album des Vorjahres gesehen werden. Zwar ist der Opener „Down, Down, Down“ eher mit dem Prädikat solide zu versehen, aber danach läuft die Band zur Höchstform auf. Die Psychedelic-Einflüsse schwinden zunehmend, dafür gibt es Hard Rock-Kracher wie „Woman“ und „Bottom of the Barrel“. Mit „Door of Illusion“ zeigt sich die Band dann wieder von ihrer coolen Seite. Eine Schande dass dieses Album nicht bekannter ist!
TOP: Sister Change; All Along The Watchtower; Tales Of The Unexpected; Door of Illusion; Woman; Bottom of the Barrel

Child of the Novelty (1974) – 9,6/10: Meisterwerk!
Auf dem Zweitling wurde das Konzept des Vorgängers in nochmal höhere Sphären getragen. Marino schrieb erneut alle Songs und verlieh ihnen mit seiner furiosen Gitarrenarbeit die nötige Spielfreude. Auch Child of Novelty wurde sehr vielschichtig durch die verschiedenen Anleihen an Genres. Hier wirken bestimmte Stücke wie Liebeserklärungen an die Stile. „A New Rock and Roll“ an den Rockabilly, „Look Outside“ an den Funk Rock und „Plastic Man“ an den Psychedelic Rock. Mit „Guitwar“ gibt es sogar eine entfremdete Noise (!) Passage. Dazu kommen diverse Highlights, die den Stil des Vorgängers erneut einfangen: „Thru the Milky Way“ ist sehr wuchtig, „Talkin‘ ‚bout a Feelin‘“ setzt nochmal ordentlich an Tempo nach. „Makin‘ My Wave“ ist zwar insgesamt etwas ruhiger, hat aber auch das beeindruckendste Solo des Albums. Einen ähnlichen Geist atmet auch das Titelstück. Nachdem das Album insgesamt allerdings sehr energiegeladen daherkommt, wird mit dem Schlusstrack „Chains of (S)pace“ noch ein fast surreal erscheinendes Instrumental nachgelegt. Über die 6 Minuten bleibt es spannend, besonders mit den leicht fernöstlich klingenden Akzenten.
Child of Novelty ist ein spannendes Werk, das aber leider nie den Ruf eines großen Klassikers erhielt. Dabei sind die teilweise schon zappaesken Klänge des Zweitlings auf einem enormen Niveau, das eine höhere Würdigung gerechtfertigt wäre. Schade, aber Album ist an dieser Stelle nochmal allen 70s-Rock-Hörenden wärmstens ans Herz gelegt!
TOP: Look Outside; Thru the Milky Way; Talkin‘ ‚bout a Feelin‘; Child of the Novelty; Makin‘ My Wave; A New Rock and Roll; Changing; Chains of (S)pace

Strange Universe (1975) – 10/10: Meisterwerk!
Auf ihrem Drittwerk festigten Mahogany Rush ihren eigenen Sound. Stilistisch wird sich deutlich dem Jazz-Rock angenähert, allerdings changiert das Album zwischen Hard Rock und psychedelischen, teils absolut bizarren Ausflügen. Vergleichbar ist das mit kaum einer anderen Band oder einem anderen Album. Neben den spannenden, eher experimentellen Stücken gibt es mit „Satisfy Your Soul“ auch einen schmissigen Rock ‚n‘ Roller. Beim Titellied hingegen wagen sich Marino und Co. so weit in den Prog wie nie zuvor. Besonders die ungewohnten Synthies lassen das Stück zunehmend surreal erscheinen. Davor gibt es mit dem energetischen Psychedelic Rocker „Land of 1000 Nights“ und dem spannungsgeladenen „Tales of the Spanish Warrior“ noch weitere Highlights. Getragen werden diese von einigen smoothen Jazzrockern wie „The King Who Stole“, „Tryin‘ Anyways“ oder dem Orgel-lastigen „Once Again“. Zwischendurch wird es mit „Moonlight Lady“ noch einmal sehr verträumt, im harten Kontrast gibt es mit „Dancing Lady“ flotten Jazz-Rock auf gewohnt hohem Niveau.
Ein Klassiker für Kenner! Schwachpunkte sind hier Fehlanzeige und die unterschiedlichen Einflüsse stören hier nicht, sondern lassen die Zuhörenden mitfiebern auf welche Ideen sich Marino dieses Mal einlässt. Das Album ist ein Muss für alle Fans von experimentellem Hard Rock!
TOP: Tales of the Spanish Warrior; The King Who Stole; Satisfy Your Soul; Land of 1000 Nights; Moonlight Lady; Dancing Lady; Once Again; Tryin‘ Anyway; Strange Universe

Mahogany Rush Live
Mit ihrem ersten Live-Album „Live“ (Meisterwerk!) schrieben Mahogany Rush 1978 Geschichte. Viele der Stücke übertreffen ihre Studioversionen (vor allem die des vierten Albums). Außerdem gibt es exklusive Rock ‚n‘ Roll-Covers und die Gitarrenarbeit sucht ihresgleichen. Kein Wunder, dass das Publikum hier so ausflippt! Vielleicht ist dies sogar Mahogany Rushs beste Leistung?
1988 erschien mit „Double Live“ (Bester Stoff!) ein Album mit derselben Formel und es funktioniert erneut! Mit Roadhouse Blues ist sogar ein zehnminütiges Cover des Klassikers enthalten. Insgesamt klingt die Band etwas moderner, allerdings gibt es auch ein paar kleine missglückte Momente (Sky Symphony of A Little Town).
2004 kam mit „Real Live“ (Bester Stoff!) dann noch ein bombastischer 32 Tracks langer Doppeldecker heraus. Teilsweise spacig, und teilweise sensationell hardrockig – alles ist geboten! Auch bei der gewaltigen Laufzeit von über 2,5 Stunden wird es nie langweilig.

You May Also Like

+ There are no comments

Add yours